Cortisol

Was ist Cortisol?

Das wichtigste ist: Cortisol ist kein schlechtes Hormon, es ist sogar lebensnotwendig für uns. Wie in vielen Bereichen des Lebens kommt es auch hier auf die Menge an.

Cortisol ist ein Stresshormon und wird von der Nebennierenrinde aus Cholesterin gebildet Und es kommt zur erhöhten Ausschüttung, wenn der Körper Stress wittert. Cortisol soll in einer überlebenswichtigen Situtaion Energie für den Körper bereitstellen.
Falls uns ein Säbelzahntiger gegenüberstehen sollte, ist es sinnvoll viel Energie für die Flucht oder den Kampf mit dem Biest zu haben.

Heute sind es nun aber weniger die Säbelzahntiger die uns stressen, sondern eher der Chef, die Kollegen, Familie, Lebensumstände oder schlicht wir selber. Das Cortisol will trotzdem die Energie bereitstellen, ……auch wenn grad kein Tiger in der Nähe ist, aber das weiß der Körper ja nicht.

Cortisol ist ein Langzeit-Stresshormon. D.h. zum einen, dass der Abbau länger dauert und es wird bei einem Langzeit-Stresssignal gebildet, das kann der Arbeitsstress sein, Schlafmangel (Schichtarbeit), privater Stess, Diäten/Fasten oder auch zuviel Sport.

Was bewirkt Cortisol im Körper?

Corstisol soll erstmal Energie für den Körper bereitstellen, wenn er Stress auf sich zu kommen sieht oder auch der Blutzucker sinkt. Cortisol signalisiert dem Fettgewebe, dass Fett abgebaut werden soll und gibt weitere Signale für den Zucker- und Proteinabbau. Es arbeitet nach dem Motto: Energiebereitstellung, egal ob es aus Fett, Zucker oder Proteinen (Muskeln/Knochen) kommt.

Gleichzeitig bremst es das Immunsystem aus, da in einem „Überlebenskampf“ Energie wichtiger ist, als die Bekämpfung von Krankheitserregern.

Und Cortisol steuert in Zusammenhang mit anderen Hormonen auch unsere innere Uhr, den Tag-Nacht-Rhythmus. Es sorgt dafür, dass wir morgens wach werden. Der Gegenspieler ist das Melatonin, es bringt uns Abends in den Schlaf.

Welche Wirkung hat Cortisol im Körper?

  • Cortisol setzt Fett frei. Das hört sich erstmal gut an, aber… wird es nicht durch die erwartete Kampf-oder-Flucht-Situation verbrannt, speichert der Körper es in einem Zwischenlager: Und das ist die Leber und unser Bauchbereich. Folgen können eine Fettleber sein oder eine unnatürliche Fettansammlung im Bauchbereich.
  • Es fördert den Abbau körpereigener Eiweißspeicher (Muskeln & Knochen), das kann sich in Muskelschwäche oder Osteoporose zeigen.
  • Es wirkt auf den Herzmuskel, den Blutdruck und die Atemfrequenz (z.B. Bluthochdruck)
  • Es erhöhrt den Blutzucker (als Gegenspieler zum Insulin), zur Energiebereitstellung
  • Es steigert den Appetit (Heißhunger)
  • Es bremst das Immunsystem (erhöhte Infektanfälligkeit) und hemmt Entzündungen
  • Es unterdrückt unsere gute Laune (Muffel-Grummel-Schlechte Laune)
  • Es steigert die Informationsverarbeitung und Merkfähigkeit

Gibt es also zuviel Cortisol im Körper, können wir uns vorstellen, was für Symptome beobachtet werden können, Unruhe, Gereiztheit, leichte Aggression, Heißhungerattacken, unklare Gedanken. u.a.m.

 

Haben wir im Gegenzug zu wenig Cortisol im Körper sind, können eher folgende Beschwerden beobachtet werden:

  • Niedriger Blutdruck, Herzklopfen, zittern
  • Schwindel, schwarzwerden vor den Augen
  • Frieren
  • Übelkeit
  • Schlappheit, Müdigkeit morgens und am Nachmittag
  • Gereiztheit, Nervosität
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Muskel- und Gelenk-Bescherden (Schulter-Nacken-Bereich)
  • Konzentrationsprobleme und schlechte Merkfähigkeit

Das sind oft Symptome die mit einem Burn-out oder Erschöpfungssyndrom in Verbindung gebracht werden. Ursache kann hier eine Nebennierenerschöpfung/-schwäche sein, die sich in einer Speichelhormonuntersuchung bestimmen lässt.

Die Aufzählungen ist erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Cortisolbestimmung und Behandlung

Der Cortisolwert wird idealerweise über eine Speichelprobe bestimmt. Dafür werden über den Tag verteilt 3 Speichelproben abgegeben, um einen Tagesverlauf des Cortisolspiegels zu erfassen.
Anhand der ermittelten Werte wird dann die Therapie festgelegt.

Haben Sie Fragen zum Thema Cortisol und/oder zur Cortisolwertbestimmung, dann nehmen Sie gerne Kontakt per email oder telefonisch mit mir auf.